Schulhund Louis

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Riesenschnauzer Louis arbeitet mit seinem Frauchen Brigitte Brosig an der Waldschule Alfter-Witterschlick, einer Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung. Die Waldschule wird z. Zt. von 43 Kindern im Grundschul- und Orientierungsstufenbereich besucht. Die Klassenstärke liegt bei 8-12 Kindern.

Louis Klasse ist ein 5./6. Schuljahr, das von 8 Jungen zwischen 11 und 14 Jahren besucht wird.

Fünf Jahre Schule mit Louis – ein Rückblick aus hündischer Sicht

Frauchen hat mir Beine gemacht; ich soll jetzt endlich mal was schreiben für meinen Internet-Auftritt. Schließlich habe ich am 10. Mai 07 mein 5jähriges Dienstjubiläum als Schulhund und das wäre doch ein Anlass... Also gut, da bin ich: ein Riesenschnauzer im besten Alter – 5 Jahre! Außen schwarz und struppig, aber Frauchen sagt immer, innen wäre ich eher klein, weiß und lockig.

Zu ihr gekommen bin ich eigentlich nur, weil Rina gestorben ist. Das war meine Vorgängerin in der Schule; eine Airedale-Terrier-Dame, die leider schon mit 8 Jahren gestorben ist. Die Kinder in der Schule waren ganz traurig. Rina fehlte allen. Und Frauchen hatte schon ein Auge auf mich geworfen, weil sie wusste, dass Rina krank war und Schule mit Hund einfach besser ist.
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Meine Mama war auch berufstätig. Sie hat als Therapiehündin gearbeitet und ich musste schon als Welpe mit in die Psychiatrie. Ich hab’s aber ganz gut überstanden. Kindergarten war schon lustiger, und in der Schule war ich auch schon als kleiner Hundejunge. Meine Züchterin Astrid Ledwina hat mich überall mitgeschleppt, ich sollte die Welt kennen lernen – also Bahnhof, Stadt, alte, kranke, behinderte, kleine Menschen – das war ganz schön anstrengend. Aber Frau Ledwina weiß, was für Schulhunde wichtig ist, sie bildet nämlich Therapie- und Behindertenbegleithunde aus und deshalb musste ich schon früh alles mögliche kennen lernen. Aber Frauchen hat in der Zeit auch was getan, sie hat eine Fortbildung „Tiergestützte Therapie“ am „Institut für soziales Lernen mit Tieren“, Wedemark, besucht, an vielen Wochenenden musste sie dahin. Danach war ihr klar, ein Hund muss wieder her- und ich war ihr Auserwählter. Eigentlich wollte ich ja Jäger werden. Aber Frauchen hat mich ausgelacht, weil ich noch nicht mal eine Maus fangen könnte. Und als ich mir die Schule angeschaut hatte, fand ich eine Karriere als Schulhund auch ganz gut.


Alle fanden mich süß, als ich meinen Einstieg als 5 Monate alter Junghund in der Schule machte. Die Kinder haben sich riesig gefreut, und ich hatte jede Menge Spaß.

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Die meisten Kinder an der Waldschule haben Probleme miteinander, sie müssen ja auch noch lernen, dass man sich an Absprachen halten muss, wenn man sich wohl fühlen möchte. Die fanden das gar nicht schlecht, dass ich auch nicht tun und lassen durfte, was ich wollte, sondern mich auch ordentlich benehmen sollte. Aber wenn Frauchen zu streng mit mir war, haben die Kinder protestiert. Aber Frauchen ließ nicht locker, sie ging mit mir in die Hundeschule, ich musste eine „Begleithundeprüfung“ ablegen. Die habe ich dann als Klassenbester geschafft, schließlich habe ich auch meinen Ehrgeiz. Frauchen legt Wert eine ordentliche Erziehung, weil ich ein öffentlicher Hund bin und mich benehmen muss. Mir hat das auch richtig Spaß gemacht, weil ich gerne lerne und wenn ich etwas richtig mache, gibt es immer was Gutes. Außerdem gab es jede Menge „Spielzeit“ mit den Hundekumpels. Ich tobe für mein Leben gern und muss ja schließlich irgendwo meine Energie lassen.
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In die Waldschule gehe ich oft. Ich muss schon zugeben, dass ich auch mal gerne zu Hause bleiben und mir einen faulen Tag gönne. Aber Schule macht auch Spaß. Wenn die Kinder morgens in die Klasse kommen, begrüße ich erst mal alle und drehe meine Runde. Manche Kinder sind nicht so gut drauf, die hatten wohl schon irgendeinen Ärger, aber ich lenke sie schnell ab und mache sie wieder fröhlich. Wenn dann gefrühstückt wird, muss ich ins Körbchen. Während des Frühstücks gibt es die Morgenrunde „Gute Nachricht-schlechte Nachricht“ kurz GN-SN. Ich komme immer bei den guten Nachrichten dran: „..und die gute Nachricht ist, dass Louis heute da ist.“ Das höre ich natürlich gerne.


Wenn dann der Unterricht anfängt, darf ich oft eine Runde Kaugummis verteilen. Es ist nämlich erwiesen, dass Kauen hilft, sich zu konzentrieren. Ich könnte auch den ganzen Tag kauen, aber man lässt mich nicht...


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Die Kinder müssen dann lernen. Mich interessieren nicht alle Themen, und so gönne ich mir oft ein Schläfchen. Dummerweise schnarche ich manchmal. Das ist mir peinlich, aber die Kinder finden es sehr beruhigend und Frauchen ist auch nicht beleidigt. Sie weiß, dass ich den Unterricht nicht direkt langweilig finde, halt nur nicht so hundespezifisch...

Einige Themen finde ich aber sehr interessant, z. B. was mit dem Müll passiert. Ich helfe ja auch fleißig mit beim Mülleinsammeln und bringe alles zum Mülleimer. Aber ich finde, manches kann man noch recyceln. Das erledige ich dann in der Pause, wenn Frauchen Aufsicht hat und ich allein in der Klasse bin.


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Wenn Frauchen keine Aufsicht machen muss, gehen wir meist Gassi ins Wäldchen. Dann kommen auch immer ein paar Kinder mit. Manchmal verstecken sie sich, aber ich finde alle. Das macht Spaß! Aber ich darf auch in Ruhe die Hundezeitung lesen, weil Frauchen findet, ich muss auch mal Pause haben und tun dürfen, was ich will.



Die Kinder in der Waldschule sind ganz unterschiedlich. Manche sind übermütig und wollen mit mir toben. Andere wollen lieber mit mir schmusen. Das gefällt mir auch total.

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Einige wollen mit mir Kunststücke machen. Ich kenne eine ganze Menge Tricks und mache begeistert mit. Ich kann den Kühlschrank auf- und zumachen, eine Siedewurst oder sogar ein Frolic apportieren und auf Kommando bellen. Manchmal dürfen die Kinder mich totschießen. Wenn sie „Peng“ machen, falle ich erst wie schwer verwundet um und rege mich dann kein bisschen. Zum Glück passt Frauchen auf, dass ich auch wieder erlöst werde.

Manchmal liege ich einfach neben einem Kind und helfe beim Lernen. Die Kinder finden, sie können das besser, wenn ich dabei bin. Dann brauchen sie auch nicht so sehr zu zappeln und können ruhig auf ihrem Platz sitzen. Außerdem bringe ich alle oft zum Lachen, und gute Stimmung ist das Wichtigste fürs Lernen, findet Frauchen.
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Ich bin mittlerweile ja schon ein erfahrener Schulhund. Am Anfang mussten wir alle uns erst aneinander gewöhnen. Ich musste lernen, dass die Kinder sich manchmal komisch verhalten. Wenn ich schon mal finde, dass sie mich zu sehr in den Schwitzkasten nehmen (das tut doch kein höflicher Hund!), brumme ich. Das ist meine Art, „ Stopp“ zu sagen. Dann wissen alle, dass es mir zu viel ist. Frauchen findet das gut. Sie denkt nämlich, dass ein richtiger Hund auch ordentlich behandelt werden soll und nicht für alles herhalten muss. Dafür wäre ein Plüschhund besser. Und sie ist stolz auf mein Frühwarnsystem.
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Frauchen hat auch eine Menge dafür getan, hündisch zu lernen. Sie guckt genau auf mich und wenn ich zu verstehen gebe, dass ich mich nicht wohl fühle, hilft sie mir. So ein Schultag kann nämlich für mich ganz schön stressig sein und Frauchen findet, dass nicht nur geguckt werden soll, ob es den Kindern mit einem Hund gut geht, sondern dass auch der Hund nicht überfordert werden darf. Und als sie früher zu lange gebraucht hat, um mich zu verstehen, hat sie Nachhilfe in der Hundefarm Eifel genommen. Ich finde, Angelika Lanzerath ist die beste Hundetrainerin der Welt. Sie versteht ganz genau, was wir Hunde sagen wollen. Und das übersetzt sie für die Menschen und erklärt ihnen genau, was sie tun sollen, damit sich Vier- und Zweibeiner wohl fühlen. Und mein Frauchen hat schnell kapiert, dass es den perfekten Hund nicht gibt. Aber das man sehr gut lernen kann, ein Dream-Team zu werden, wenn man sich versteht.

Deshalb habe ich auch jede Menge Ausgleich zum Schulhunddasein.
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Und Frauchen übt jede Menge Tricks mit mir. Die kann ich dann in der Schule vorführen und alle haben Spaß.

Ich lerne in der Hundeschule z. Zt. Dummyarbeit. Das ist ganz schön anstrengend, macht aber riesigen Spaß!

Natürlich gehe ich viel spazieren und mit Frauchen oder Herrchen zum Joggen.

Am liebsten verabrede ich mich aber mit meinen Hundekumpels zum Raufen, Laufen, Saufen. Und am allerliebsten sind mir meine Kuvasz-Freundinnen Momo, Nelly, Odessa und Oceana aus der Zucht „von Anka“ von A. Lanzerath. Ich sehe hier zwar aus wie das schwarze Schaf unter lauter Engeln, aber in Wirklichkeit bin ich der Hahn im Korb!

Wenn ich so auf meine 5 Jahre Schularbeit zurückblicke, muss ich schon sagen, dass meine berufliche Entscheidung richtig war. Den Rehbraten bekommen wir mittlerweile vom Jäger...Und zum Jubiläum gibt’s bestimmt ein besonders gutes Schmankerl!

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